der VÄTER Blog

lebe deinen Traum!

Mehr Väter, mehr Familie!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Montag 30. Mai 2016

Es ist Zeit für Väterzeit! Am 24. Mai haben die Dachverbände «Travail.Suisse»,«männer.ch», «AllianceF» und «ProFamilia» zusammen mit weiteren Organisationen die Initiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» lanciert. Die Initiative verlangt einen Vaterschaftsurlaub von zwanzig Tagen, der im ersten Jahr nach der Geburt am Stücke oder in Einzeltagen bezogen werden kann.

Die Juninummer der Männerzeitung begleitet die Lancierung der Initiative – und bekennt sich ganz klar dazu, dass diese Initiative nur ein erster Schritt sein kann. Wir analysieren den Schweizer Vorstoss darum durchaus auch kritisch, ziehen Vergleiche mit anderen europäischen Elternzeit-Modellen – und zeigen auf, wie uns Deutschland und Österreich mit großen Schritten vorangehen.

Vaterschaftsurlaub: Die Schweiz bleibt zurück Wieso die Schweiz in Sachen «Elternzeit» ein Nachzügler ist; was die kürzlich lancierte Volksinitiative «Für einen 20-tägigen Vaterschaftsurlaub» daran ändern könnte – und was nicht.

Elternzeit: Deutschland geht voraus Spätestens seit vergangenem Sommer verfügt Deutschland über eine der umfassendsten Elternzeit- und Elterngeld-Regelungen Europas. Die politischen Eliten bauten die Möglichkeiten für die Väter in den vergangenen vierzig Jahren schrittweise aus. Ein Rückblick – und ein Ausblick.

Der Fehler im Geldsystem Männer sollten sich emanzipieren, vom Geld. Denn: Geld ist ein Irrtum.

Generation Hochleistungssex Viele Jugendliche von heute haben Hardcorepornos gesehen, bevor sie Händchen gehalten haben. Besseren Sex haben sie deshalb nicht. Im Gegenteil: Frust und Angst sitzen tief.

Quelle

Abgelegt unter Elterngeld, Elternzeit, Politik | Keine Kommentare »

Männer-Fantasien im WDR Fernsehen

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 29. Mai 2016

© WDR/Melanie Grande

© WDR/Melanie Grande

Die WDR-Sendung „Frau tv“ macht wieder Platz für Männer und ihre Themen: Am Donnerstag, 2. Juni 2016, widmet sich eine neue Ausgabe „Mann tv“ um 22.10 Uhr männlichen Problemen, Gedanken und Fantasien.

Diesmal präsentiert Ex-Fußball-Profi, Ehemann, zweifacher Vater und Social-Media-Star Hans Sarpei das Männer-Magazin. Er geht der Frage nach, wie sich Männer fühlen, die bei der Geburt ihres Kindes dabei sind – und warum andere das auf keinen Fall wollen. Außerdem: Was denken Männer über Selbstbefriedigung und wie sehr prägt die ihr Leben? Essen Männer eigentlich mehr Fleisch als Frauen – und wenn ja, warum? Auf diese und andere Fragen rund ums ‚Mann sein‘ suchen „Mann tv“ und Hans Sarpei Antworten und bieten Denkanstöße.

Im Sommer 2015 produzierte das Redaktionsteam von „Frau tv“ im Rahmen der WDR Programmoffensive erstmals eine Ausgabe „Mann tv“. Die Resonanz zum 50. Geburtstag des WDR Fernsehens war beachtlich. Deswegen geht es jetzt weiter – mit Themen, die Männer bewegen und Frauen interessieren.

Sendetermin: Mann tv | 02.06.2016, 22.10 – 22.40 Uhr | WDR Fernsehen

Quelle

Abgelegt unter Männer, frauTV | Keine Kommentare »

Aktionstag 2016 – Väter und Großväter in Verantwortung

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 26. Mai 2016

Am Dienstag, den 7. Juni 2016, ab 17:00 Uhr laden das Projekt Väterarbeit und die Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Weiterbildung und Kultur Juliane Witt zum Aktionstag in die Güterstation der Alten Börse Marzahn.

In einem offenen Dialog drehen sich die Themen um die Bedarfe von Vätern im Bezirk. Was könnte nach Meinung der Väter verbessert werden? Was fehlt im Bezirk? Wo sind schon gute Ansätze zu sehen? Worauf lässt sich aufbauen? Was sollte in den nächsten fünf Jahren an Ideen umgesetzt werden?

Mittelpunkt des Aktionstages werden Kurzvorträge und Gespräche mit folgenden Personen sein:

  • Christoph Mönnikes, Mitinitiator des “Aktionskreis KienBär, der Väterpreis in Marzahn Hellersdorf” mit Rückblick und Ausblick zum nächsten Preis in 2017
  • Hans-Georg Nelles vom Bundesforum Männer
  • Philipp Günther, Leiter des Projektes Väterarbeit in Marzahn-Hellersdorf

Eingeladen sind Erzieherinnen und Erzieher aus KiTa’s und Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Pädagoginnen und Pädagogen, Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus Sportvereinen, Ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer sowie natürlich Väter und Großväter aus dem Bezirk.
Getränke und Bratwurst werden durch das Team der Alten Börse angeboten. Natürlich können Besucher auch ihre Kinder mitbringen.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein diskussionsfreudiger Abend mit anderen Vätern und Großvätern, um eine Anmeldung per Mail wird gebeten

Quelle

Abgelegt unter Auszeichnungen, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Ich wär so gern dein Superheld

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Donnerstag 26. Mai 2016

… ein Vater – Sohn – Gespräch von Samy Deluxe.

Abgelegt unter Migration, Söhne, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Vaterschaftsurlaub jetzt!

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 24. Mai 2016

VaterschaftsurlaubStellen Sie sich vor: Sie werden Vater – ein einmaliges Erlebnis. Doch wie regeln Sie die Absenzen mit Ihrem Arbeitgeber? Heute kennt das Arbeitsrecht für Ereignisse, die Sie persönlich betreffen, ein Anspruch auf «übliche freie Tage». Wie lange diese Zeit ist und ob sie bezahlt wird, ist nirgends geregelt. Das heißt, de facto hat die Schweiz weder einen bezahlten noch einen unbezahlten (expliziten) Vaterschaftsurlaub. Doch nach der Geburt muss die Mutter gepflegt werden, Geschwister brauchen Zuwendung und Fürsorge und das Neugeborene möchte seinen Vater kennenlernen dürfen – und zwar richtig.

Deshalb fordern Organisationen der Zivilgesellschaft und Arbeitnehmendenvertretungen seit Jahren einen Vaterschaftsurlaub. Leider brachten weder der parlamentarische Weg noch der Druck auf privatwirtschaftliche Unternehmen den entscheidenden Durchbruch. Doch die gesellschaftliche Akzeptanz steigt: 2015 führte das Link-Institut im Auftrag von Travail.Suisse eine repräsentative Studie durch – mit sonnenklarem Resultat: 81% befürworten einen bezahlten Vaterschaftsurlaub. Damit war die Volksinitiative geboren.

Der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» hat am 24. Mai 2016 die Volksinitiative “Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie” lanciert. Die Initiative fordert einen bezahlten Vaterschaftsurlaub, der seinen Namen verdient: 20 Tage – flexibel zu beziehen innert einem Jahr nach der Geburt. Denn ein Vaterschaftsurlaub ist:

  • Notwendig: Die Geburt eines Kindes ist ein großer Schritt. Für einen gelungenen Start braucht es präsente Väter. Und zwar alle, nicht nur die, die sich einen unbezahlten Urlaub leisten können.
  • Zeitgemäß: Heutige Väter wollen von Beginn an Verantwortung übernehmen. Bedingung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, dass die nötigen zeitlichen Freiräume zur Verfügung stehen.
  • Bezahlbar: 20 Tage Vaterschaftsurlaub kosten auf dem Lohnzettel pro Monat nicht mehr als eine Tasse Kaffee. Vaterschaftsurlaub – ein großer Schritt für die Väter, ein kleiner für die Sozialversicherung.

Quelle

Abgelegt unter Elternzeit, Politik, Vater werden | Keine Kommentare »

Neues Programm für Väter startet in Marzahn-Hellersdorf

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 22. Mai 2016

Seit dem 9. Mai macht das Projekt „Väterarbeit“ regelmäßige Angebote für Väter im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Neben einem Beratungsangebot für Väter wird es u.a. eine Krabbelgruppe für Väter geben. Zudem treffen sich im wöchentlichen Wechsel am Montag eine Gruppe werdende Väter und eine Gruppe „Väter in Regenbogenfamilien“. Auch ein Aktionsnachmittag wird es zweiwöchentlich geben. Weitere Programmpunkte sind: PapKi – Kochen, Spielen Essen, Papa-Brunch und Papa-Kind-Tobe-Nachmittage. Veranstaltungsorte sind das FamilienHaus Kastanie (Kastanienallee 55, 12627 Berlin) und das Haus am Akaziengrund (Allee der Kosmonauten 77, 12681 Berlin).

Über gemeinsame Aktivitäten mit ihren Kindern sowie den Austausch mit anderen Vätern und Experten und Expertinnen sollen Handlungsmöglichkeiten für Väter aufgezeigt werden. Mit einem niedrigschwelligen Angebot sollen Väter zu einer aktiven Vaterschaft ermutigt werden. Bisher fehlt dieser Ansatz im Bezirk, da meistens Frauen und Mütter bei Fragen der Erziehung angesprochen werden. Mit dem Programm soll diese Lücke geschlossen werden.

Das Programm trägt dabei der Vielfalt von Vaterschaft durch sein diverses Angebot Rechnung. Kinder in unterschiedlichen Altern haben unterschiedliche Bedürfnisse, ebenso deren Väter. Gleichzeitig lässt sich Vaterschaft anhand sozio-ökonomischer Faktoren unterscheiden. Angebote am Vormittag, Nachmittag und Abend tragen dem Rechnung. So sollen möglichst viele Väter die Möglichkeit erhalten, teilzunehmen.

Das Programm wird von dem Projekt „Väterarbeit“ der pad gGmbH organisiert. Nach einem erfolgreichen Start im letzten Jahr, folgt nun eine Fortsetzung, die sich verstärkt an den Bedürfnissen der Väter orientiert.

Projektleiter „Väterarbeit“, bei der pad gGmbH ist Philipp Günther, Telefon 0176 – 97 441685 vaeterarbeit@pad-berlin.de.

Quelle

Abgelegt unter Kinder, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Nationales Vaterschaftssymposium in Amsterdam

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Freitag 20. Mai 2016

Am Freitag, den 17. Juni veranstaltet das Vader Kennis Centrum in der Amsterdamer Universität ein Symposium zu verschiedenen Aspekten der Vaterschaft:

Programm

Ochtendprogramma met 4 keynote presentaties

10:00 – 10:45 – Wat is de rol en pedagogische betekenis van vaderschap? Prof. Dr. Renske Keizer (bijzonder hoogleraar Vaderschap, Universiteit van Amsterdam)

10:45 – 11:30 – Vaderschap en gehechtheid: Vader als “tweede moeder”? Dr. Nicole Lucassen (Pedagogische Wetenschappen, Erasmus Universiteit)

11:45 – 12:15 – Positief betrokken vaderschap Em. Prof. Dr. Louis Tavecchio (em. hoogleraar Pedagogiek, Universiteit van Amsterdam)

12:15 – 12:45 – Betrokken vaderschap en gedeeld ouderschap in de Europese en internationale context Drs. Peter Tromp (voorzitter Vader Kennis Centrum, president Platform voor Europese Vaders)

Middagprogramma met op de praktijk gerichte themalezingen naar keuze in twee rondes, het slotdebat en de Vaderdagtrofee uitreiking

13:30 – 14:15 – Ronde 1

  • Themalezing 1: Vorm geven aan en kenmerken van een vadervriendelijke bedrijf Saskia de Hoog (WOMEN Inc.) en Michelle Joore (Gender Studies, Universiteit van Utrecht). O.l.v. Paul Bastianen (Vader Kennis Centrum)
  • Themalezing 2: Cultuur-sensitief handelen bij het betrekken van vaders Abdellah Mehraz (Trias Pedadogica)

14:15 – 15:00 – Ronde 2

  • Themalezing 3: Vaderinclusief beleid: Hoe vaders bereiken en betrekken? Peter Tromp (Vader Kennis Centrum) en Susan Ketner (Lectoraat Ouderschap en Ouderbegeleiding, Hogeschool Leiden). O.l.v. Louis Tavecchio (Universiteit van Amsterdam)
  • Themalezing 4: Van hoogwerkers, verkleed als Batman en het klimmen op bruggen naar hoe doen we het nu? Bas van ’t Hoff (Vader Kennis Centrum) en Benjamin Wondergem (Vader Kennis Centrum)

15:00 – 15:15 – Slotdebat

Einddebat aan de hand van vier stellingen uit de themalezingen met Renske Keizer, Nicole Lucassen, Louis Tavecchio en Peter Tromp onder leiding van Lars Anderson

16:00 – 16:45 – Uitreiking Vaderdagtrofee m/v 2016

Pitches door de drie genomineerde projecten en bekendmaking van de winnaar door juryvoorzitter Peter Tromp

Quelle

Abgelegt unter Rolllenbilder, aktive Vaterschaft | 1 Kommentar »

You Are Always There To Guide Us

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Dienstag 17. Mai 2016

Great fathers aren’t born, they’re made. Be involved, try your best and meet each challenge, day after day, one step at a time – even if that step is simply taking your daughter to Judo class after school. When you spend time caring for your children, everyone wins.

Eine schöne Kampagne von mencare

Quelle

Abgelegt unter Partnerschaft, Väterbilder, aktive Vaterschaft | Keine Kommentare »

Elternkongress in Karlsruhe

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Sonntag 15. Mai 2016

Seit dem letzten Väterkongress am 23. Juni 2012 zum Thema „Vereinbarkeit auch für Väter – Familie zwischen Eigen- und Fremdbetreuung“ hat sich der Bundesverein Väteraufbruch für Kinder (VAfK) als Antwort auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Familien und den noch immer bestehenden Reformbedarf im Kontext von Trennung und Scheidung neu positioniert.

Dies führte zur Konzeption eines „Elternkongresses“, veranstaltet vom VAfK-Landesverein Baden-Württemberg. Der erste Elternkongress findet am 15. Juli 2016 in Karlsruhe statt:

Eltern sein – Eltern bleiben Rahmenbedingungen für gemeinsam oder getrennt erziehende Eltern und die Rolle der familialen Professionen.

Während die Familienpolitik einerseits auf den gesellschaftlichen Wandel, verbunden mit der Auflösung traditioneller Geschlechterrollen und Familienformen reagiert und mit Maßnahmen wie ElterngeldPlus, Flexibilisierung der Elternzeit und Ausbau der Ganztagsbetreuung die partnerschaftliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Mütter und Väter im Lebensverlauf fördert, erfolgt andererseits nach Trennung und Scheidung noch immer eine „Rolle rückwärts“ in tradierte Rollenmuster: Ein Elternteil, in der Regel die Mutter, ist schwerpunktmäßig für die Kinderbetreuung und –erziehung zuständig und wird zur „alleinerziehenden Mutter“, während der andere Elternteil, in der Regel der Vater, schwerpunktmäßig für den Kindesunterhalt zuständig ist und zum „Umgangselternteil“ wird. Das führt zu einseitigen Belastungen und verhindert Entwicklungsmöglichkeiten für alle Beteiligten. Die häufige Folge sind eskalierende, sich über viele Jahre hinziehende Elternkonflikte und der Kontaktverlust der Kinder zum getrennt lebenden Elternteil bis hin zur völligen Entfremdung.

Die mit Familienkonflikten befassten („familialen“) Professionen stehen vor der Aufgabe, zu verhindern, dass das Kind in den Brunnen fällt, oder es herauszuholen. Dabei erweist sich elterliche „Hochstrittigkeit“ als umfassende Entwicklungsblockade, oft auch als gezielte Prozesstaktik, vor der selbst Experten kapitulieren. Um elterlichen Konflikt- und auch Verweigerungshaltungen wirksam zu begegnen, bedarf es der interdisziplinären Vernetzung, verbunden mit geeigneten Instrumentarien und eines familienrechtlichen Leitbildes gleichverantwortlicher Elternschaft, das in anderen Ländern längst existiert, in Deutschland jedoch noch heftig umstritten ist.

Somit ist im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Veränderung und Verharren in tradierten Rollenmustern die Frage zu stellen, ob Begriffe und Konzepte wie „Residenzmodell“, „Lebensmittelpunkt des Kindes“, „alleinerziehend“ oder „Ein-Eltern-Familie“ noch brauchbar sind, um vielgestaltige Entwicklungsperspektiven abzubilden, oder ob sie elterliche (Hoch-)Konflikthaftigkeit im Kontext von Trennung und Scheidung sogar fördern. An welchen Begriffen und Konzepten sollte sich eine dringend erforderliche Weiterentwicklung der Gesetzgebung und der

familienrechtlichen Praxis orientieren, um den mit der zunehmenden Anzahl von Trennungsfamilien wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden?

Im Rahmen des neu konzipierten Elternkongresses, der sowohl Eltern als auch familiale Professionen anspricht und zusammenführt, sind alle Teilnehmer/innen herzlich eingeladen, sich mit diesen und anderen aktuellen Fragen lösungsorientiert und praxisnah auseinanderzusetzen.

Die Veranstalter freuen sich über die Zusagen der folgenden Referent/inn/en:

  • Daniela Conrad-Graf, Richterin am OLG Karlsruhe
  • Ursula Kodjoe, Dipl.-Psychologin, Dipl.-Sozialpädagogin, Systemische Therapeutin, Mediatorin
  • Jürgen Rudolph, Rechtsanwalt, Familienrichter a. D., Mitbegründer der „Cochemer Praxis“
  • Andreas Schneider, Dipl. Psychologe, Transaktionsanalytiker, Familienmediator
  • Marc Serafin, Jugendamtsleiter der Stadt Niederkassel, Initiator des Arbeitskreises „Elternschaft nach Trennung und Scheidung“ im Rhein-Sieg-Kreis Weiterlesen »

Abgelegt unter Familie, Politik, Rechtssprechung, Rolllenbilder | Keine Kommentare »

‚Lieber wenig verdienen und viel bewegen als umgekehrt‘

Erstellt von Hans-Georg Nelles am Samstag 14. Mai 2016

Im Interview mit Mathias Morgenthaler erklärt Andy Keel, Gründer des ‚Teilzeitmann‘ in der Schweiz, was ihm wichtig ist im Leben und warum er seine Entscheidungen nicht bereut:

„ …Bereuen Sie es manchmal, die Konzernkarriere frühzeitig abgebrochen zu haben?

Der Banker in mir provoziert manchmal den Unternehmer und wirft diesem vor, er sei nicht kreditwürdig, sondern wahnsinnig. Er reibt mir dann unter die Nase, welchen Preis ich für meinen Weg bezahlt habe. Grob gesagt verdiene ich heute einen Viertel von dem, was ich in Spitzenzeiten bei der Bank bekam. Rechnet man die Alimente mit hinein, lebe ich seit fünf Jahren am Existenzminimum. Die Kollegen von damals besitzen Häuser, Autos und anderen Luxus, ich lebe in Zürich-Wollishofen auf dem Campingplatz. Möchte ich deswegen mit ihnen tauschen? Auf keinen Fall!

Warum nicht?

Ich würde gar nicht mehr funktionieren in einem Konzern. Das wurde mir kürzlich wieder bewusst, als ich ehemalige Kollegen aus Bankerzeiten auf ein Bier traf. Sie verdienen zwar 200‘000 Franken und mehr, haben aber null Gestaltungsspielraum und grosse Angst vor Entlassung und Statusverlust. Sorgen machen sie sich hauptsächlich um die interne Positionierung. Oder um Grabenkämpfe zwischen verschiedenen Abteilungen. Wenn man sich selber gerade überlegt, wie man die Löhne der Angestellten bezahlen kann, wirkt das ziemlich befremdend. Dazu kommt etwas Zweites: Mein Anspruch, als Vater im Alltag präsent zu sein, liesse sich auch heute nicht mit einer anspruchsvollen Aufgabe in einem grösseren Unternehmen vereinbaren.

Damit sagen Sie auch: Das Projekt «Der Teilzeitmann» hat wenig verändert. Obwohl es vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann mit 500‘000 Franken dotiert wurde und mit über 1000 Medienbeiträgen innerhalb von zwei Jahren grosse Resonanz hatte.

Die Bilanz fällt für mich als Initiant zwiespältig aus. Seit 2012 hat sich der Anteil Teilzeit arbeitender Männer von 11 auf 16,3 Prozent erhöht. Allein im vergangenen Jahr haben sich in der Schweiz 40‘000 Männer für Teilzeitarbeit entschieden. Teilzeitarbeit entspricht also einem weit verbreiteten Bedürfnis und ist auf dem Vormarsch. Trotzdem gelang es uns nicht, für 2015 eine Anschlussfinanzierung durch Staat oder Stiftungen zu realisieren. Das Thema ist zwar gesellschaftlich und gleichstellungspolitisch relevant, aber es ist kein «Business Case». In den meisten Unternehmen dominieren nach wie vor patriarchale Führungsstrukturen, in denen hohe Präsenzzeit belohnt und Wissen monopolisiert wird. Teilzeit wird höchstens im 80- oder 90-Prozent-Pensum ausgeschrieben – wenn ein Kandidat 100 Prozent verfügbar ist, wird er bevorzugt. Dabei gibt es in allen Berufsgruppen hervorragende Leute, die gerne 50 oder 60 Prozent arbeiten würden. …“

Quelle

Abgelegt unter Arbeitszeiten, Rolllenbilder, Unternehmen | Keine Kommentare »